Müssen Affiliates eine Gewerbeanmeldung abgeben?

Eine Frage, die immer wieder aufkommt und auch seinen Berechtigen Platz hat, da sich sehr viele im online Marketing versuchen und dabei wichtige unternehmerische Aspekte nicht wissen oder missachten. 

In diesem Beitrag wird die Frage ausführlich geklärt

Für wen gilt die Gewerbeanmeldung?

Wer in Deutschland einer gewerblichen Tätigkeit sowohl als Haupt als auch Nebenberuf nachgeht, ist verpflichtet eine Gewerbeanmeldung abzugeben.

Nach

Gewerbeanmeldung

Gesetz zur Gewerbeanmeldung beschreibt alle Punkte, die erfüllt werden müssen

ist eine gewerbliche Tätigkeit anhand der folgenden Punkte zu erkennen.

  1. Wer selbständig arbeitet und für Entscheidungen selbst verantwortlich ist
  2. Wer sein Gewerbe auf langfristige Sicht gründet mit einer gewissen Nachhaltigkeit
  3. Wer das Ziel hat mit seinem Gewerbe Geld verdienen zu wollen, damit muss eine Gewinnerzielungsabsicht vorhanden sein
  4. Wer mit anderen Unternehmen und eigenständigen Waren sowie Dienstleitungen handelt

Sollte diese Punkte bei Ihnen erfüllt werden, so sind Sie nach dem Deutschen Recht verpflichtet ein Gewerbe anzumelden. Das bedeutet, dass jede Art von Werbung, (z.B. Affiliate Links oder Werbeanzeigen) die Absicht auf Gewinn hat und damit das Gewerbe verpflichtend ist.

Was hat es mit den Freiberuflern auf sich?

Arzt Freiberufler

Ärzte sind Freiberufler

Nicht selten kommt der Einwand, dass das Betreiben eines Blogs doch ein Freiberufler sei, da er doch als Schriftsteller tätig sei. Dem ist allerdings nicht so. Als Freiberufler sind Künstler, Ärzte, Anwälte als auch Notare anzusehen. Somit müssen Sie als Betreiber einer Webseite mit absoluter Pflicht ein Gewerbe anmelden, wenn Sie die oben genannten Punkte erfüllen.

Wann ist es an der Zeit sein Gewerbe anzumelden?

In der Theorie ist das ganze etwas strenger als es in der Praxis gehandhabt wird. Wenn man sich das Gesetz §14 der GewO ganz genau anschaut, dann wird man schnell feststellen, dass man mit dem direkten Beginn der Tätigkeit verpflichtet ist das Gewerbe anzumelden.

Das bedeutet, wenn man nun vor hat die Webseite zu erstellen, dann müsste man direkt das Gewerbe beim Gewerbeamt abgeben. Diese Methode machen allerdings sehr wenige Leute. Meistens wird die Anmeldung erst dann abgeben, wenn die ersten Werbeanzeigen und Affiliate Links eingebaut sind.

Tipp:

Wenn Sie sich selbstständig machen, kommen einige Kosten auf Sie zu, darunter müssen Sie Ihre Krankenkasse komplett selber zahlen, was nicht sehr günstig ist, da im Normalfall davon ausgegangen wird, dass Sie 2283,75 € verdienen und davon eben der Beitragssatz prozentual abgezogen wird.

Aus diesem Grund können wir Ihnen empfehlen, dass Sie erst einmal die Seiten ohne jede Art der monotarisierung aufbauen und abwarten, bis diese genügend Besucher generieren. Im Anschluss können Sie dann einfach die Links einbauen und Ihr Gewerbe anmelden.

Gewerbeamt

Nun kommen wir zur eigentlichen Frage. Wie genau läuft das so ab mit der Gewerbeanmeldung? An sich ist das Ganze nicht ganz so schwer wie Sie vermuten. Sie müssen lediglich zum Gewerbeamt in Ihrer Nähe gehen. Dort bekommen Sie dann ein Formular, welches Sie gerne mit Hilfe einer Fachkraft ausfüllen können. Das ganze kostet Sie dann zwischen 20 und 60 Euro je nach Gemeinde.

Sie können Sich das Formular auch gerne von der Webseite der jeweiligen Gemeinde herunterladen, wenn diese dies zur Verfügung stellt. Das wichtigste, was Sie von vornerein schon wissen sollten ist dabei das Tätigkeitsfeld Ihrer Selbstständigkeit. Im Falle von Affiliate-Marketing, sollten Sie deshalb den Mitarbeiter des Amtes genauer fragen.

Was passiert nach der Gewerbeanmeldung?

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Nach der Gewerbeanmeldung folgt der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Wenn Sie nun die Gewerbeanmeldung eingereicht haben, sollten Sie nach einigen Wochen Post vom Finanzamt bekommen. Diese beinhaltet den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.  Diesen müssen Sie ebenfalls ausfüllen bzw. können sich bei der ganzen Sache Hilfe von Mitarbeitern des Finanzamtes in Anspruch nehmen